Jens Gersonde: Läuferherz was willst du mehr?

Ergebnis: 2:40:42 h
Platz 3 gesamt.

Dieser Marathon stand zum ersten mal nicht im Zeichen einer Bestzeit, sondern sollte ein Platzierungslauf werden. Im Vorfeld wurde schon von einem Zweikampf zwischen Jörg und mir gesprochen und so sollte das dann auch kommen.
Am Morgen vor dem Start hatte ich mich sehr gut gefühlt, ich konnte gut schlafen und das Frühstück hat auch gut geschmeckt. Das Wetter war aus meiner Sicht optimal. Also hatte ich mir einen Plan gemacht der auf eine Endzeit von 2:35 ausgelegt war. Die ersten 15km in 3:45 min/km, danach bis Kilometer 26 3:36min/km und dann den Rest in 3:40min/km. Das klingt alles so schön in der Theorie ;-)
Bis Kilometer 26 lief alles optimal. Ich machte mein Rennen und Jörg immer schön hinter mir her. Das störte mich nicht, im Gegenteil, es hielt die Spannung schön oben und ich genoss es mal einen halben Marathon vor ihm laufen zu dürfen. Somit passierte in der ersten Runde nichts Spannendes, ich hielt meine Splits und fühlte mich auch locker dabei.
Dann jedoch, als wir zum zweiten mal zur Prager Straße einbogen, kam bei mir ein erstes Schwächegefühl auf und Jörg war nun an die Spitze gegangen. Also versuchte ich erst einmal stur auf seine Hacken zu schauen und dran zu bleiben. In dieser Zeit konnte sich Steven an uns ranziehen und nun übernahm er die Führungsarbeit und Jörg immer im 'eXa-Sandwich'. Beim Gedanken daran musste ich immer wieder lächeln.
So kamen wir an die 30km Marke, jetzt sollte es ja eigentlich leichter werden. Aber Pustekuchen, immer wieder entstand eine Lücke zwischen den Beiden und mir, die ich versuchte zu zulaufen. Das ging so bis Kilometer 35. Bei der Verpflegungsstation nahm ich nochmal ein Gel und einen Schluck und auf einmal war bei mir der Ofen aus. Ich ließ die beiden ziehen ohne auch nur einen Gedanken noch zu verwenden, diese wieder ein zu holen. Im Gegenteil bei mir war auf einmal so der Akku runter, das ich Mühe hatte die letzten Kilometer, noch im Laufschritt vorwärts zu kommen. Nicht mal Jörg Giebel, der es wirklich mehrfach versucht hatte, konnte mich motivieren. Ich wollte nur noch irgendwie, ohne Schmerzen ins Ziel kommen. Sogar der 3. Platz war mir schon egal. Es kam mir vor, als sollte das Ziel nie mehr kommen. Auf einmal konnte ich Romans Stimme vernehmen, der auch noch deutlich meinen Namen nannte und ich war immer noch an 3. Stelle. Also riss ich mich noch einmal zusammen, Brust raus und Knie hoch zumindest was da noch möglich war. Und es sollte reichen!
Fazit. Alles in allem ein schöner Lauf. Ich konnte zum ersten Mal in meinem Leben einen halben Marathon ganz an der Spitze laufen und die Zuschauerkulisse genießen und zu guter Letzt sprang auch noch ein 3.Platz heraus. Läuferherz was willst du mehr.

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