kaum in leipzig angekommen, habe ich gemerkt, dass ich das wichtigste vergessen hatte: den chip für die
zeitmessung, der am schuh befestigt wird. das ganze war ca. 1 h vor start. ich in normaler
strassenbekleidung los gerannt zur anmeldung, die einen gefühlten Kilometer vom start entfernt lag. dort
schnell noch einen austauschchip geholt und zurück gerannt. naja wie immer muss bei solchen läufen irgendwas
passieren. war aber völlig okay, da ich mir so das einlaufen erspart hatte. bei carsten und jens (meinen lg exa
freunden) dann schnell noch meine startnummer abgeholt, da war es dann schon 9:35 h. fix umgezogen,
dann war auch schon start.
ich liess am anfang sowohl jens gersonde als auch jörg matthe ziehen, beide gingen sehr schnell an, hätte
auch nie gedacht bei denen mitrennen zu können. ab ca. 10 km lief ich erstmal allein. zur
halbmarathonzeit hatte ich knapp 1:30 min rückstand auf beide. diese zeit holte ich bis km 28/29
auf und fortan liefen wir drei gemeinsam bis km 34/35. hier habe ich aber einen taktischen fehler
gemacht: ich hätte beim auflaufen auf beide mein tempo weiterlaufen sollen anstatt mich ihrem tempo
anzupassen. die zwischenzeiten verraten auch, dass ich immer schneller geworden bin. aber was ist das schon
für ein gefühl zu beiden hauptfavoriten aufzulaufen, dies ist unbeschreiblich. naja egal.
bei km 34 fiel jens gersonde zurück. ich lief dann bis km 38/39 zusammen mit jörg matthe. jetzt
spielte jörg matthe, mit seinen bisher 61 marathons das wohl grösste noch aktive laufidol leipzigs, seine
erfahrung aus. er zog kurz an, kam weg - wenn auch nur auf vielleicht 50 m. meine beine fühlten
sich gut an, aber mein kopf wollte einfach nicht mehr schneller laufen, er meinte "nur noch ins ziel
kommen". läuferisch wäre ein sieg möglich gewesen; ich denke auf den letzten beiden kilometern hat die
routine von jörg matthe über meinen kopf, der einfach mit platz 2 zufrieden war, entschieden.
der zieleinlauf war schon gigantisch. ca. 40-45000 zuschauer an der strecke. im zielbereich vielleicht
10000. kaum im ziel nur noch presse, kameras etc. gesehen.
ich selber kann nicht sagen, dass ich fertig gewesen bin, war nur glücklich im ziel zu sein.
die veranstalter haben diesmal bewusst auf den einkauf teurer ausländischer sportler verzichtet, um den
fokus auf regionale läufer zu lenken und ihre identifikation mit dem publikum zu fördern und sind damit neue
wege gegangen. das konzept denke ich ist mehr als aufgegangen. ich denke auch die zuschauer wollen läufer
sehen, die sie kennen, denen man auch mal die hand schütteln kann. ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn
einer meinen namen gerufen hat.
fazit:
ich komme gerne wieder nächstes jahr und natürlich vielen dank an die lg exa für den support und
besonders an carsten für den ein oder anderen persönlichen aufbau. wer mich kennt, weiss warum!