Leipzig Marathon - Lebendige Tradition seit 1897-

Im Jahr 1897 organisierte der Club "Sportbrüder Leipzig" auf der Strecke Paunsdorf-Bennewitz-Paunsdorf den 1. Marathonlauf in Deutschland. Diesen Distanzlauf über 40 Kilometer gewann der Leipziger Fußballspieler und Sportfunktionär Theodor Schöffler in 3:35:31 Std.


Seither haben in der Stadt 63 Marathonläufe stattgefunden. Kleine und große Meister des Sports haben hier ihre ganz persönlichen Schlachten geschlagen.

 

1977 startete der 1. Lauf der jetzigen Leipzig-Marathon-Serie. Er wurde von aktiven Marathonläufern der Hochschulsportgemeinschaft der Leipziger Universität ins Leben gerufen. Seit damals ist allerlei passiert. Zu diesem "Leipziger Allerlei" gehört:

 

  1. Der Marathon in Leipzig sollte ein Lauf "für alle" sein. Die Initiatoren bezogen das auch auf sich: Sie waren damals so stark, dass sie bis 1990 zehnmal die Mannschaftswertung gewannen
  2. Der Sieger des 1. Laufs war der gebürtige Leipziger Roland Winkler (Dynamo Hohenschönhausen). Er trug die Startnummer 48. Als Altmeister und Weltenbummler stand er 30 Jahre später erneut am Start. Diesmal mit der Startnummer 40 800. Das gibt's doch nicht! Karla Heilfort, ebenso lange Leiterin des Meldebüros, lächelte da nur verschmitzt.
  3. Die Veranstaltung hatte 1977 eine Gesamtteilnehmerzahl von 192. Zum "Wendemarathon" 1990 waren es 2858, im Jahre 2004 sogar 7351 Starter.
  4. Anfangs wurden nur die klassische Distanz (42,195 km) und von den Junioren die 35-Kilometer-Strecke gelaufen. Heute können die Teilnehmer aus einem Angebot von 17 verschiedenen kürzeren und längeren Wettbewerben wählen. Sie können laufen, gehen oder skaten. Auch für Rollstuhlfahrer gibt es spezielle Wettbewerbe.
  5. Den Veranstaltungsrekord stellte der Kenianer Christopher Cheboiboch auf. Im Jahre 2004 lief er auf dem für 2012 vorgesehenen Leipziger Olympiakurs die Spitzenzeit von 2:10:16 Std. Bei diesem Tempo hätte er die Strecke noch einmal zurücklegen können: Das Ziel hat stets fünf Stunden geöffnet. An diese Zeitspanne dachte auch Alfred Pohlan, der "Tarzan aus München". Er sagte 1990: "Ich habe fünf Stunden bezahlt, also kann ich mir auch fünf Stunden Zeit lassen."
  6. Der Mann mit den meisten Siegen heißt Dr. Klaus Goldammer. Der Dolmetscher gewann sechsmal: 1981, 1982, 1984, 1990, 1996 und 1997. Zweifachsieger waren Detlef Kröplin (1978, 1979) und Michael Asperger (1995,1998). Hat Letzterer den Ehrgeiz, den Rekordhalter noch einzuholen?

 

Der Leipzig Marathon fand bisher fast immer auf einem neuen Kurs statt. Künftig soll sich die Strecke aber nicht mehr ändern. Die Organisatoren können das jedoch nicht versprechen darauf hatten sie schon oft gehofft. Sie legen deshalb allen Lauffreunden ans Herz, neugierig zu bleiben und in Leipzig dabei zu sein. Denn die Stammgäste wissen: Das "Leipziger Allerlei", das viele nur als köstliches Gericht kennen, ist auch sonst nicht das Schlechteste.

 

Diese und viele andere Fakten, Namen, Episoden, Rennverläufe und Statistiken zum Leipzig Marathon finden Sie in dem Buch "Marathon-Mekka Leipzig, 30 Jahre Leipzig Marathon -1977 bis 2006-" (ISBN: 978-3-00-021486-8). Sie können es im Buchhandel für 18 € erwerben.