Mein persönliches Lauftagebuch
[Intro]
„Sport frei!“ Ich bin die 24- jährige Jean Markert. Mein Name wird ausgesprochen wie Jane, von „Tarzan und Jane“. Die Schreibweise führt nämlich immer mal wieder zu allgemeinen Verwirrungen und ab und an werde ich zu den männlichen Artgenossen gezählt…
Während meines Studiums an der HTWK Leipzig fand ich zu meinem neuen Hobby: dem Laufen gehen. Dieser tolle Sport dient mir nun seit einem Jahr als Ausgleich zum vielen Pauken und zum Abschalten nach Alltagsproblemchen. Ich genieße dabei die Natur im Herzen Leipzigs und entdecke immer wieder neue abwechslungsreiche Laufstrecken.
Da ich zurzeit meine Diplomarbeit bearbeite und den Luxus zur freien Zeiteinteilung habe, kann ich mich gut auf den Halbmarathon im April 2010 vorbereiten. Es wird mein erster Wettkampf sein, denn bis jetzt bin ich „ohne Ziel“ ein bis zwei Mal die Woche Laufen gegangen. Mal mehr, mal weniger diszipliniert; kennt man ja ;o) Mein einziger Vorsatz im Jahr 2009 war, den Cospudener See (10,3 km) zu umrunden. Dies schaffte ich Ende September gleich beim ersten Anlauf, mit einer für mich bemerkenswerten Zeit von 1:11h. Seitdem bin ich mir sicher: Da geht noch mehr!
Nun bin ich stolzes Mitglied des Laufseminars, bei dem ich unter professioneller Anleitung und mit vielen anderen motivierten Laufbegeisterten den Winter durchtrainieren will. Während den nächsten 20 Wochen möchte ich mit euch meine anstehenden Gefühlsachterbahnen teilen. So, wie mich vor kurzem das Lauftagebuch der Ulrike mitgerissen hat.
Ach ja: Wer mag, kann meine Sicht der Dinge im Laufforum Leipzig kommentieren.
Woche 1
[Dienstag,01.12.2009]
*Yiepi*, die erste gezielte Laufstrecke laut Trainingsplan. Ich bin voller Vorfreude, denn ich habe letzte Woche zur Einführungsveranstaltung des Laufseminars schon Hummeln im Hintern bekommen. Eine nette Platznachbarin hat sich auch schnell gefunden, mit der ich meine Lauferfahrungen teilen konnte. Und wer hätte gedacht, dass sie sogar ganz in meiner Nähe wohnt, nämlich in der Südvorstadt. Wir haben uns vielleicht schon mal beim Joggen gegrüßt, wie lustig.
Die angestrebten 6km an diesem nieseligen und windigen Dienstagmittag laufen nicht so locker wie gewohnt. Aufgrund einer einwöchigen, verletzungsbedingten Laufpause und zu übereifrigem Starttempo ging mein Puls nach einigen Minuten schon weit über meiner optimalen Herzfrequenz. Deshalb musste ich die letzten Kilometer ganz schön die Zähne zusammenbeißen. Aber es kann ja nur besser werden, wenn ich wieder öfter und langsamer laufe *Tschacka*
Nun bin ich schon sehr gespannt wie das erste Tempotraining am Donnerstag ablaufen wird, wie sich die neue blaue!!! (von den Veranstaltern ausdrücklich betont☺) Kunststoffbahn der Uni-Sportfakultät anfühlt und wer meine Laufkollegen in meiner Zeitgruppe sind.
[Donnerstag, 03.12.2009]
Bor, lief das Tempotraining gut. Ich habe mir die 6-Minuten-Zeitgruppe ausgesucht. Das heißt, wir trainieren z.B. 5 Mal 1000 Meter in je 6 Minuten. Meine Laufseminar-Bekanntschaft Nadia hab ich auch zu Beginn des Trainings gleich wieder gefunden. Gefreut hat mich, dass sie sich auch für meine Gruppe entschieden hat. Unsere Befürchtung, auf der Laufbahn immer im Kreis laufen zu müssen, war schnell verflogen. Unser Trainer Uwe wollte zum Glück keinen Drehwurm bekommen und wird deshalb von nun an mit uns jeden Donnerstag am Stadion das Tempo vorgeben. Aus den geplanten 5* 1000m wurden plötzlich 8 Läufe, hab irgendwie nicht mit bekommen, weshalb die Planänderung vorgenommen wurde. Die ersten 2 – 3 km liefen locker für mich. Aber bei den letzten Kilometern fand ich das Tempo schon ganz schön knackig. Und diese Geschwindigkeit soll ich in 20 Wochen 2 Stunden lang durchhalten?? Mhhh, na ich weiß noch nicht recht. Fand das Laufen in einer größeren Gruppe auf jeden Fall spaßig und freue mich auf das nächste Mal.
[Samstag, 05.12.2009]
Nach dem Aufstehen und dem Blick aus dem Fenster ist klar, dass ich bei so tollem sonnigem Wetter laufen gehe. Ich bin sonst eher eine Spät-Läuferin. Meine übliche Strecke ist: von zu Hause zur Pferderennbahn, bis Jahnallee und selbe Seite zurück (mal kürzer, mal länger). Dort lauf ich am liebsten lang, weil die Wege beleuchtet sind und man am Elsterbecken eine tolle Kulisse zu sehen bekommt. Da es aber an diesem Samstag so schön war und es vorher kaum geregnet hat, wollte ich den Auenwald mal testen. Gesagt, getan. Es lief richtig gut, sodass ich sogar etwas weiter gelaufen bin als geplant. Dort werd ich bestimmt nun öfters mal lang stiefeln =)
Woche 2
[Dienstag,08.12.2009]
Dienstag, Der Dienstag als Lauftag, wird sicher nicht mein Lieblingstag. Es lief, wie vergangene Woche erschwert. Lag es an dem Familien-Wochenende, wo so viel gefuttert wurde oder an meinen neuen Winterschuhen, an die sich meine Füße erstmal gewöhnen müssen *rätselnd*. Ich hatte die erste halbe Stunde das Gefühl, Gewichte an meinen Füßen zu haben. Trotzdem lief ich wacker weiter. Aber den unzähligen Pfützen auszuweichen und fast von einem Schäferhund angefallen worden zu sein, war dann noch die Krönung.
[Donnerstag, 10.12.2009]
Oh Mann, watt für ein Schietwetter =(
Das hab ich mir heut vor dem Tempotraining gedacht und fühlte eine leichte Unlust. Aber ich konnte doch nicht schon zum zweiten Treffen kneifen und das nur wegen so ein paar Tröpfchen. Ich muss mich doch abhärten, für die wirklich schlimmen Wettertage. Also hab ich mich so gut es ging vor dem Regen präpariert. Alles war regengeschützt an mir, nur meine Schuhe nicht. Es hatte zwar während des Trainings aufgehört zu regnen, jedoch bildeten sich riesen Pfützen und schlammige Laubhaufen. Den galt es bestmöglich auszuweichen, was mir nicht immer gelang. Nach einer Weile waren meine Füße pitschnass. Jedoch fand ich es amüsant, nach jedem lauten „Patsch“ jemanden fluchen zu hören. Ich frag mich nur, wie das dann wird, wenn diese Pfützen gefroren sind? Dann bräuchte ich Spikes oder gleich Hufen =)
Mir ist heut klar geworden, dass ich letzte Woche laut Trainingsplan schon nach 5*1km hätte aufhören können. Hab ja die 8*1km mit Nadia durchgezogen, weil´s so gut lief. Diesmal war Nadia leider nicht da - sie hat sich vielleicht wegen dem Regen gedrückt oder (hoffentlich nicht) die Gruppe gewechselt. Ohne Gesprächspartner hatte ich mich voll auf das Pfützenproblem konzentriert und bin hin und her gehüpft, anstatt in den Laufrhythmus zu kommen. Deshalb war ich auch schon nach dem 6.km ganz schön außer Atem. Ich hätte schon aufhören können, denn ich sollte eigentlich nur 6*1000m laufen. Aber ich wollte weiter. Der 7. Km ging noch, aber als Uwe die letzte Runde ankündigte, liefen fast alle viel schneller und ich hing hinterher. Im langsamen Tempo bin ich dann zu meinem Fahrrad zurück getrabt. Aber ich war super glücklich so gut in der 2. Reihe, hinter Uwe kontinuierlich mitgelaufen zu sein.
Mal was anderes: Ich schmöker in letzer Zeit öfter auf Lauf-Internetseiten. Dabei ist mir aufgefallen: da gibt´s ja ne Menge. Mein Favorit ist grad www.jogmap.de, wo man eigene Laufstrecken auf den Meter genau abstecken kann oder sich neue Routen suchen kann. Dann hab ich heut noch www.runnersworld.de entdeckt und hab dort gleich paar Empfehlungen für Ernährung und Motivation nachgelesen.
[Sonnabend, 12.12.2009]
Heute stehen 8km auf der Tagesordnung. Eigentlich ja erst morgen, aber Samstag-abend bin ich meist länger unterwegs und das mit prozenthaltiger Begleitung ;o) Und so bin ich sonntags nicht so leistungsfähig. Also lief ich an diesem frischen Samstag Richtung Auenwald los. Was für ne tolle abwechslungsreiche Strecke: Von mir zu Haus zum Parkplatz Richard-Lehmann-Straße, am Wildpark vorbei, rechts abgebogen zum Elsterbecken, an der Elster entlang bis zur Rennbahn, weiter Richtung Jahnallee bis zum Elsterwehr und zu mir nach Haus zurück. Wer sich ein bisschen auskennt wird gerade feststellen, dass das ja weit mehr als 8km waren. Es lief so gut beim langsamen Dauerlauf, dass ich das Trainingssoll überschritten hatte; und dies um ganze 5km :oD
Beim Abstecken zu Hause im Inet hab ich mich wie sonst was gefreut. Das war für mich das erste Mal, dass ich so weit gelaufen bin und ganz ohne irgendwelche Beschwerden. Bor ey, bin ich fit ;o)
Nur sind jetzt meine Schuhe von einer dicken Schlammschicht bedeckt. Hoffe, dass die viele Feuchtigkeit den letzten Wochen dem Material nichts weiter ausgemacht hat. Werde mir nicht extra teure Winterlaufschuhe kaufen. Muss auch so gehen… Freu mich schon auf den ersten Lauf durch Schnee, ist bestimmt ein tolles Gefühl. Besonders, wenn man früh die Erste ist, die eine Schneespur läuft.
Woche 3
[Dienstag, 15.12.2009]
Es hat geschneit =D
Den restlichen Samstag hat es noch richtig geschneit und es wurde ganz schön knackig kalt draußen. Die dünne Schneeschicht blieb bis zum Dienstag liegen, sodass ich endlich bei gefrorenem Boden laufen gehen konnte. Die riesen Schlammpfützen waren nun fest und ich konnte entspannt, ohne große Ausweich-manöver drüber laufen. Diesmal hab ich den Trainingsplan eingehalten und die 6km- Runde lief ganz entspannt.
Ich hatte diesmal auch gar keine Probleme mit meinem rechten Fuß. Ich habe nämlich den in der Bevölkerung weit verbreiteten Knick-, Senk- und Spreizfuß. Seit fast einem Jahr trag ich nun täglich orthopädische Einlagen, die mir sehr gut tun. Nun erhalte ich leider erst nächstes Jahr Sporteinlagen und bis dahin laufe ich mit einer stützenden Bandage, die meine Bänder im Vorfuß zusammendrückt. Vor deren Benutzung hatte ich schnell ein Taubheitsgefühl in den Zehen, das ist nun mit der Bandage besser geworden. Mein Orthopädie-Schuhmeister (OSM) würde sich natürlich wünschen, dass ich meine Füße schone und nicht so oft laufen gehe. Aber ich trainiere seit einiger Zeit meine Bänder in den Füßen, indem ich z.B. einen Stift immer wieder aufhebe oder mich beim Kochen mit den Zehen auf und ab drücke. Und ich habe das Gefühl, es hilft.
[Donnerstag, 17.12.2009]
Mist, ich bin zu spät. Als ich mit dem Fahrrad an der Sportfakultät ankomme, sehe ich schon meine Laufgruppe Richtung Elsterbecken traben. Hab meine Sporttasche noch schnell am Messturm abgestellt und bin hinterher gesprintet. Als ich die Gruppe dann eingeholt hatte, hab ich mich schon etwas abgehetzt neben 2 netten Mitläufern eingeordnet. Anett und Peter sind seit 20 Jahren verheiratet und bereiten sich auf ihren 1. Marathon vor. Mit den beiden bin ich auch gleich ins Gespräch gekommen und so haben sich die übrigen 7*1000m nicht so lang angefühlt, wie das letzte Mal ohne Nadia. Apropo, wo ist sie denn schon wieder? Ich werd ihr später mal eine Nachricht schreiben, was denn los ist. Wir wollten ja auch mal zusammen laufen gehen…
Premiere war für mich an diesem Tag, das erste Mal bei Schnee zu laufen. Letzte Woche hörte man ja immer nur matschige Schritte, diese Woche sind sie gedämpft und wenn keiner spricht, kommt mir der Laufrhythmus sogar fast synchron vor. Nach ungefähr der Hälfte der Strecke, hab ich plötzlich wahnsinniges Seitenstechen bekommen. Drücken gegen den Schmerzpunkt und langsames Traben halfen leider nicht, sodass ich paar Meter gehen musste. Nachdem die Gruppe gewendet hatte, hab ich mich zum 2. Mal eingegliedert und Peter unterstellte mir Schummelei, weil ich abgekürzt hatte. Ich meinte, ich hätte mir nur mal schnell einen Tee gemacht ;o) Der letzte „offene“ Kilometer war auch diesmal hart. Plötzlich sind wieder alle vorgerannt. Gut, dass mich die beiden mitgezogen haben, sonst hätte ich vorher schon aufgegeben. Uwe, unser Trainer wartete am 1km-Ziel auf die „letzten“ Läufer und sagte jedem seine Zeit an – wir drei sind stolze 5.15 min, anstatt 6.00 min gelaufen. Ich war danach ganz schön knülle und konnte mich erst mal nicht unterhalten. Aber nix mit Ausruhen. Der Weihnachtsmarkt und ein paar Kommilitonen warteten schon auf mich. Prost =D
[Sonnabend, 19.12.2009]
Ahh, -13 Grad draußen.
Nach kurzer Überlegung, ob es gut wäre bei so tiefen Temperaturen laufen zu gehen, hab ich mich dafür entschieden. Hab mir halt ein bisschen mehr angezogen als sonst und mein Buff bis über die Nase gezogen, um die Atemluft vorzuwärmen. Im Endeffekt hatte ich dann 2 Hosen (1Lauf- und 1Jogginghose), 4 Oberteile (Funktions-T-Shirt, Funktions-Longshirt, Baumwoll-Jäckchen und meine neue Softshell-Jacke drüber), Buff, Mütze und Handschuhe an. Das war genau richtig, denn mir war weder zu kalt noch zu warm beim Laufen.
Bin ganz froh, dass ich mir doch noch eine Winterjacke gekauft hab. Aber nicht so eine wahnsinnig teure von G..., sondern eine um 75%!!! billigere von A… (um hier keine Werbung zu machen), die genauso hält, was sie verspricht. Es ist schon echt angenehmer mit Funktionskleidung zu laufen, aber manchmal denk ich mir: vor einigen Jahren gab´s solche Allround-Bekleidung noch nicht und die Leute sind trotzdem bei Wind und Wetter laufen gegangen. Naja, ich als arme Studentin, hab halt die Grundausrüstung, so wie oben aufgeführt ;) Aber was man alles noch kaufen könnte: Lauf-Unterwäsche, Laufsocken, Laufhandschuhe und was es da noch so für abgefahrene und meist unnütze Sachen gibt… Wer´s braucht und die Kohle hat ;)
Zu meinem Samstags-Lauf: Die geplanten 10km liefen ganz entspannt. Wollte eigentlich noch weiter laufen, doch der Gedanke an ein heißes Bad, eine Tasse heißen Kakao und selbstgebackene Kekse in der Wanne zu genießen, zogen mich magisch nach Hause =) Das lustige war, dass mein Kopfhörerkabel vom MP3-Player steif gefroren war und ich zum Schluss einen kleinen Schneehaufen auf meiner Nase lag. Hab dann auch festgestellt, dass meine Handschuh und Mütze etwas eingeeist waren, weil der austretende Körperdampf gefror ;)
Als ich dann nach dem Dehnen auf meine Pulsuhr geschaut hab, machte ich große Augen: durchschnittlich 144, sonst 165. Bor, war das cool. Naja, die Ernüchterung kam dann prompt beim Auswerten: 7,7 min/km, statt 6,5. Lag bestimmt 1. am Schnee, und 2. daran, dass ich versucht hab, schön ruhig zu laufen (wie´s ja sein sollte). Wollte nicht vorzeitig abbrechen müssen. Das hätte ja zur Folge gehabt, nach Hause gehen zu müssen und dabei wäre mir bestimmt was abgefroren. Es war kaum jemand unterwegs, obwohl ich 16 Uhr gestartet bin. Keiner wollte bei der harten Kälte raus. Viele waren bestimmt ihre letzten Weihnachtsgeschenke im innerstädtischen Getümmel kaufen. Ha, ich hab schon alles besorgt, muss nur noch eingepackt werden.
Woche 4
[Montag, 21.12.2009]
Wieder mal ein mieser „Dienstag“. Bin eine Stunde nach dem Aufstehen (ich verrate mal lieber nicht, wann das war ;) los gelaufen und hab mich irgendwie kraftlos gefühlt. Sonst gibt mir ein Cappuccino, ein halber Energieriegel und bisschen Obst die nötige Energie, die ich als Morgenmuffel zum Laufen benötige.
Fand es auch nicht schön, dass der Schnee angefangen hat zu schmelzen, was mir nasse Socken bescherte =(
Bin schon heute meine kleine Runde (6km) gelaufen, weil am Mittwoch das Tempotraining wegen dem 24. vorgezogen wird. Das kommt mir ganz gelegen, da mein Montagssport ausfällt. Wäre abends eigentlich beim Power Fitness in der Hochschulsporthalle, da aber Semesterferien sind, findet es erst am 4.Januar wieder statt *schnief* Macht nämlich wahnsinnig Spaß mit meiner sportlichen Mitbewohnerin wie wild 1 ½ Stunden rumzuspringen. Meine gute Chrissi war es übrigens, die mich zum Laufen gebracht hat. Nachdem sie vor einem Jahr bei mir eingezogen ist und 1 bis 2 Mal die Woche locker laufen war, hat sie mich damit angesteckt. Anfangs hielt ich maximal 15 Minuten durch. Dann begleitete ich sie ein Stück mit dem Rad und lief ½ Stunde mit. Ich begann den Sport zu mögen, weil ich Fortschritte bemerkte und mir die Laufstrecken an der Elster gefielen. Nachdem ich mir ein Laufbuch besorgt und dieses mich fesselte, stand für mich fest: ich will richtig laufen lernen. Als erstes wurden Schuhe und ein Funktions- T-Shirt gekauft, dann kamen Hose und ein Wechsel-T-Shirt dazu. Als ich dann öfter und länger lief, kaufte ich mir dann noch eine Pulsuhr und begann Lauftagebuch zu führen. Bor, hab ich schon viele Kalorien verbrannt ;)
[Mittwoch, 23.12.2009]
Letzter Lauf, vor dem großen Rumfuttern. Als ich die Menschentraube vor dem Zeitmessturm auf der Laufbahn erreichte, wurde die Einteilung der Laufgruppen schon verkündet und ich wusste gar nicht so Recht wo ich hin gehörte. Einige Zeitgruppen wurden zusammengelegt, da die Anzahl der Trainingsteilnehmer einen Tag vor Heilig Abend drastisch gesunken ist. Die erste 400-Meter-Runde hab ich mich bei der 6.30-Minuten-Gruppe eingereiht, da mir jemand sagte, dass meine 6.00-Minuten- und die 6.30-Minuten-Gruppe zusammen laufen. Doch ich merkte schnell, dass mir das Tempo zu ruhig war. Ich ordnete mich bei der nächst schnelleren Gruppe, neben einer jungen Läuferin mit Weihnachts-mütze ein. Wir verstanden uns auf Anhieb und liefen die kommenden Runden zusammen. Bei diesem Tempotraining machten wir nicht nach jedem gelaufenen Kilometer 2 Minuten Trabpause, sondern liefen durch. Ich hatte eine super Kondition und konnte konstant mit den anderen mithalten. Es war gar nicht so schlimm im Kreis zu laufen, wie ich gedacht hatte. Doch ich verlor schon nach kurzer Zeit die Orientierung, wie viele Runden wir nun schon gelaufen sind und ob ich überhaupt noch bei dem 6.00-Minuten-Grüppchen war oder bei einer langsameren. War mir dann auch egal, ich hatte auf jeden Fall ein schnelleres Tempo, als bei meinen langen Läufen und ich konnte gut mithalten. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich die 8km in diesem Tempo durchlaufen würde. Doch dann kam plötzlich der Einbruch. Nicht meine Kondition machte schlapp, sondern mein Magen =( Da ich mir 2 Stunden vor dem Training den Bauch voll geschlagen hatte, lag mir das Essen noch schwer im Magen. Oder besser gesagt, es wollte dort wieder raus, wo´s auch rein gekommen ist. Auch langsameres Laufen, Traben und schließlich Gehen half erst mal nix. Ich sah die nächste Laterne schon als meinen Erretter. Aber ich hab´s mir verkniffen und bin gaaaanz langsam zum Messturm gegangen, um mich dort vorm Heimweg noch zu dehnen. Etwas traurig war ich schon, denn es lief doch so supi. Es wurde zwar besser mit meinem Bauch, aber den kleinen Schokoweihnachtsmann, den wir uns mitnehmen konnten, ließ ich dann doch lieber da. Zu meiner Überraschung stellte ich beim letzten Blick zur Bahn fest, dass nur noch wenige liefen und diese auch allmähliche ihre Läufe beendeten. Also schloss ich daraus, dass ich sicherlich 6 oder 7 km durchgelaufen war. Das machte mich dann schon stolz und ich schlidderte glücklich Richtung Heimweg, das Rad neben mir her schiebend, weil es echt spiegelglatt geworden war.
[Freitag, 25.12.2009]
Verdauungslauf durch das hügelige Chemnitz. Einen Tag nach Heilig Abend und vielen Leckereien meiner Mutti, bin ich nach dem Aufstehen zu meinem langen Lauf gestartet. Ich hatte ehrlich gesagt nicht so Lust drauf, jedoch motivierte mich, mal eine ganz neue Strecke zu laufen. Ich stamme zwar aus Chemnitz, bin aber nur mal in der Orientierungsstufe eine Runde um den Schlossteich (1km-Runde) mit der Klasse gelaufen. Also hatte ich vorher gar keine Idee, wo ich die 10km abstrampeln sollte. Ich steckte mir bei jogmap.de bisschen was Attraktives ab und es wurden 9km, mit 130m Höhendifferenz. Meine Familie wohnt gleich neben dem (für Chemnitzer bekannten) Küchwald, den ich als Aufwärmetappe wählte. Dann ging´s steil bergab zum weltberühmten Schlossteich, den ich 2 Mal umrundete. Zum Schluss bin ich noch den steilen Berg wieder rauf und bis fast vor die Haustür gesprintet. Bor, war datt der Hammer. Hab mich echt gut gefühlt und war bereit für die nächsten versaut, leckeren Sachen der kommenden beiden Weihnachtsfeiertage. Was bei diesem Lauf nicht so spaßig war, waren die über Nacht gefroren Pfützen. Ich bin öfters weggerutscht und konnte deshalb teilweise nur tippeln.
Woche 5
[Montag, 28.12.2009]
Nach dem Klettern sollte man nicht laufen gehen!! Meine beiden Schwestern (Alisa 20 und Luisa 12) waren ein paar Tage nach Leipzig gekommen, damit wir drei mal wieder ein bisschen Zeit für uns haben. An diesem Tag haben wir uns fürs Klettern gehen entschieden und blieben dort satte 5 Stunden. Es dauerte seine Zeit, den beiden zu zeigen wie´s funktioniert und als alles klappte, fanden sie riesen Spaß dran, wie ich =) Doch zu Hause fiel mir ein, dass schon heut am Montag der kurze Lauf dran war, denn Mittwoch sollte das Tempotraining wegen Silvester sein. Also lief ich los und es war grausam. Ich fühlte mich, als wäre ich grad einen Marathon gelaufen. Mich hielten meine schweren Beine aber nicht davon ab, die 6km-Runde durchzuziehen. Das Gefühl, mich an dem Tag noch auspowern zu wollen war größer. Komischerweise kann ich mit solchen Einschränkungen durch laufen, aber bei Seitenstechen kann ich mich noch nicht durchbeißen. Hab auch noch kein Rezept dagegen gefunden =(
[Mittwoch, 30.12.2009]
Letzter Lauf bei strömendem Regen. Als ich zu Hause zum Tempotraining startete, war noch kein Tropfen zu spüren. Dies änderte sich auf dem Weg zur Jahnallee und wurde beim Training immer mehr. Ein Tag vor Silvester waren nur eine Handvoll Läufer angetreten, es waren nicht mehr als 20. Im Gegensatz zum ersten und zweiten Treffen, wo ich sie alle gar nicht zählen konnte, war das sehr überschaubar. Langsam präge ich mir auch die Gesichter der Dauerläufer ein, doch diesmal war niemand bekanntes dabei. Wir liefen 3 Runden um das Zentralstation, wobei eine Runde ca. 3km lang war. Das Tempo war angenehm, die Strecke teilweise sehr dunkel und eng, aber abwechslungsreich. Nervig waren wieder mal die Pfützen, die von Runde zu Runde voller wurden. Andererseits, war´s ein beflügelndes Gefühl, dem Wetter zu trotzen. Mit großen Augen wurden wir von Besuchern der Arena angeschaut, die nur fix aus ihren parkenden Autos hüpften und schnell ins Trockene wollten. Die 3Runden gingen echt locker und ich wäre gern noch eine Runde mehr gelaufen, wenn´s nicht so doll geregnet hätte. Uwe, unser Trainer verriet uns noch die Zeit: 55 Minuten. Somit sind wir gute 6,1min/km gelaufen, obwohl es mir viel langsamer vorkam. Der Heimweg mit Rad durch den Regen war echt unangenehm. Ich kühlte langsam ab und merkte allmählich, wie die Nässe bis auf die Haut durchsickerte. Zu Hause war ich dann komplett durchnässt (nur meine Jacke hatte dicht gehalten) und die heiße, lange Dusche hatte ich mir mehr als verdient =)
[Sonntag, 03.01.2010]
Mein Neujahrslauf Gesundes Neues Jahr wünsche ich noch allen Lesern. Nach dem schwipsig, fröhlichen Rutsch ins neue Jahr, musste ich mich die nächsten 2 Tage erst mal erholen und war Sonntag wieder voller Vorfreude Laufen zu gehen. Es hatte sich auch ein Kumpel (der Jan) gefunden, den ich für den Halbmarathon begeistern konnte. Wir werden nun wohl öfters zusammen laufen gehen. Er ist vor ein paar Jahren in Berlin schon mal einen Marathon gelaufen und nun hat ihn wieder die Lauflust gepackt. An diesem verschneiten Sonntag holte er mich früh um 9Uhr ab und wir führen im Schneckentempo zum Cospudener See. Bei ungefähr 20cm Schnee, war es schon bisschen anstrengender voran zu kommen, als sonst. Jedoch fand ich die frische Luft, das Schneespuren setzten, die verschneite Umgebung und die menschenleeren Wege einfach toll. Das Beste am Schneelauf, find ich, ist die Dämpfwirkung. Trotz langem Lauf (10km) hatte ich keinerlei Beschwerden mit meinem Fuß. Mein Puls war zwar etwas erhöht Puls, der aber noch im Limit lag. Wir liefen ganz locker in 1:15h eine Runde herum und beendeten unseren Lauf noch mit einer kleinen Schneeballschlacht (die ich mit mehr Treffern gewonnen hatte). Ich hoffe der Schnee bleibt noch ein bisschen liegen, bevor alles matschig wird. Ich möchte beim nächsten langen Lauf nämlich den Markleeberger See umrunden. Zum Glück hat der Jan ein Auto =)
Woche 6
[04. - 10.01.2010]
Aufgrund einer Erkältung konnte ich die ganze Woche nicht trainieren. Auch sämtliche andere Sportarten habe ich lieber sein gelassen, um mich zu schonen und schnellst möglich wieder fit zu sein.
Woche 7
[Dienstag, 12.01.2010]
Dieser Lauf wird sicher kein Spaziergang.
Draußen liegen viele Zentimeter Schnee, es ist nur stellenweise geräumt, an den Straßenrändern häufen sich Schneeberge und es ist wahnsinnig glatt überall. Ich wage es trotzdem laufen zu gehen, denn ich hoffe einfach darauf, dass die Wege im Clara-Park platt getrampelt sind und ich dort besser voran komme, als auf den Fußwegen in der Südvorstadt. Schon nach dem ersten Kilometer ging mein Puls deutlich höher als sonst, weil es so anstrengend war, sich durch die Schneehügel an den Straßenrändern zu kämpfen. Die Wege im Park waren tatsächlich fest getreten und etwas bestreut. Trotzdem hatte ich ganz schön zu kämpfen, da ich nach der Erkältung aus dem Trainingsrhythmus raus war. Ich musste mich regelrecht dazu zwingen durchzuhalten. Auf dem Rückweg war mir sogar etwas schwindlig an der Ampel, sodass ich einige Minuten gehen musste, um wieder etwas runter zu kommen. Ich hätte eigentlich das Training laut Plan auf 8km aufstocken sollen, aber es wurden nur 6 km. Naja, Hauptsache ich bin überhaupt wieder gelaufen, um wieder ins Training zurück zu kommen. Hab nach diesem kleinen Rückschlag bisschen Bammel vor Donnerstag: es sind 3 * 2km im 6-Minuten-Tempo vorgesehen, mit 5-Minütigen Trappausen. Naja, ich werd sehen, ob ich´s durchhalte.
[Donnerstag, 14.01.2010]
Mit dem Rad zum Training. Ich war so in meine Arbeit am PC vertieft, dass ich 18.40 Uhr einen Schock bekam. Unter Zeitdruck schlüpfte ich schnell in die Laufsachen und hastete los. Eigentlich wollte ich ja entspannt zum Treffpunkt im Clara-Park traben, um aufgewärmt zum Tempotraining zu kommen. Nun war ich gezwungen bei Schnee und Glätte mit dem Rad zu fahren, um nicht allzu spät zu kommen. Das war eine einzige Rutschpartie. Da hätte ich auch laufen können, so langsam war ich. Als ich dem Treffpunkt näher kam, zogen schon die schnellen Laufgruppen an mir vorbei. Ich schloss fix mein Fahrrad an und fragte mich bei den verschiedenen Laufgruppen durch. Meine war nicht dabei. Da keine andere Truppe mehr zu sehen war, nahm ich an, meine wären schon eher gestartet. Also sprintete ich los, um sie einzuholen und kürzte ich durch den Park ab. Nach einer halben abgehetzten Trainingsrunde kam ich am Treffpunkt an, wo noch andere 6-Minuten-Läufer auf unsere Gruppe warteten. Als uns eine Läuferformation irgendwann entgegen kam, stellten wir Zu-Spät-Kommer fest, dass unsere Gruppe (und nur unsere Gruppe) in die entgegengesetzte Richtung gestartet war. Nun hatte ich die erste von meinen eigentlich 3*2km-Runden verpasst.
Die Strecke war sehr anstrengen zu laufen. Es ging durch weich getrampelten Schnee, in dem man andauernd weg rutschte. Fast alle waren am stöhnen und schimpfen. Aber alles half nix, da mussten wir durch; der Ute immer fein hinterher, wie die Entlein der Entenmama ;) Am liebsten hätte ich nach der 3. Runde (also nach meiner 2 ½ Runde schon aufgehört) weil es 1. kein Spaß gemacht hat bei dem „flotten“ Tempo so rumzurutschen und weil ich 2. schon bisschen knülle war. Die paar Minuten Trabpause zwischen den 2km-Abschnitten ließen mich wieder Kräfte sammeln und ich hielt stolze 4 Runden durch. Das hatte ich den netten Mitläufern zu verdanken, die mich vom mühsamen Vorankommen ablenkten. Beim Auslaufen meinte Ute (die Leitmutter =) dass diejenigen in der Gruppe falsch wären, die sich noch unterhalten könnten. Ich jubelte und antwortete „Juhu, ich kann in ne schnelle Gruppe wechseln, ha.“ Das wäre die 5.30-min/km-Gruppe, aber die ist mir dann doch zu fix. Ich nutze ja das wöchentliche Training noch nebenbei als Austausch-möglichkeit mit meinen Mitläufern/-innen und nicht nur zum introvertierten Abhetzten. Wodurch ich bis jetzt schon paar hilfreiche Tipps erhalten habe, wie z.B.: Beim Halbmarathon nicht nur auf den letzten 100 Metern die persönlichen Cheerleader positionieren, sondern auf die letzten Kilometer verteilen. Ist logisch, wär ich aber bestimmt nicht von selbst drauf gekommen ;)
[Sonnabend, 16.01.2010]
Einmal Cossi und zurück. Es stehen 12 km auf der Tagesordnung, die ich nicht alleine bestreiten will. Also schnapp ich mir den Jan und wir starten am Parkplatz Richard-Lehmann-Straße. Ich habe mir vorher eine schöne Strecke ausgedacht und bei jogmap.de abgesteckt, die insgesamt 11,2 km lang sein wird. Mal schauen, ob wir´s soweit schaffen. Der Jan ist nämlich etwas erkältet, will aber trotzdem durchziehen. Ich habe bisschen Bedenken wegen den abgelegenen verschneiten Pfaden, die vor uns liegen. Dazu kommt, dass ich vom Tempotraining meine Waden noch deutlich spüre und hoffe, dass sie mir während des langen Laufs keinen Ärger machen. Es geht vom Parkplatz aus, auf der Neuen Linie am Wildpark vorbei und am Nordstrand des Cospudener See´s entlang. Am Elsterflutbecken wird es besonders mühsam, da dort erst wenig Leute lang gelaufen sind. 1 und ½ Kilometer lang sind wir nur am schimpfen. Wir kämpfen uns dann aber doch durch, obwohl wir eigentlich gar keine Lust mehr haben. Dann laufen wir noch an der Elster Richtung Pferderennbahn lang, ein Stück Schleußiger Weg und wieder zurück zum Parkplatz. Alles in allem war es eine sehr schöne Runde, die wir sicher nochmal laufen werden.
Woche 8
[Dienstag, 19.01.2010]
Hoch hinaus.
Heute haben Jan und ich vor, den Fockeberg zu bezwingen. Wir wollen mal schauen, ob wir es schaffen 3 Mal hoch und wieder runter zu laufen. Jan ist skeptisch, ich bin optimistisch und freue mich auf meinen ersten Berg- bzw. Hügellauf ;) Der Fockeberg hat nämlich nur eine Höhendifferenz von rund 45 Meter. Da ist es verständlich, dass so mancher Leipzig-Neuling den Kriegstrümmerhügel noch nicht entdeckt hat. Ich finde die Aussicht dort toll und das jährliche Seifenkistenrennen, was zu einem kleinen Südvorstadt-Volksfest geworden ist. Auch der Fockeberglauf im Frühjahr und Herbst ist ein Highlight. Ich bin noch nicht mitgelaufen, werde es aber am 6. März mit 3 Runden mal probieren.
Aber wir laufen erstmal heute eine Testrunde. Wir merken beide schnell, dass es gar nicht so einfach ist auf dem steilen und gefrorenen Untergrund vorwärts zu kommen. Oben angekommen, hätte ich mich gern mit dem Ausblick belohnt, doch leider ist es doll neblig. Runter laufen wir ganz locker, um wieder zu Atem zu kommen und unten laufen wir uns ein paar hundert Meter aus. Dies wiederholten wir noch 3 Mal, sind bisschen platt aber auch sehr stolz auf uns danach.
[Donnerstag, 21.01.2010]
Neue Zeitgruppe.
Letzte Woche hat mir Ute ja gesagt, dass man in der Zeitgruppe falsch wäre, wenn man sich noch unterhalten könnte. Also habe ich mich doch dafür entschieden, in die schnellere 5:40-Minuten-Gruppe zu wechseln. Ich hatte mit dem Peter (Laufseminarorganisator) gemailt, der mir den Gruppenwechsel empfohlen hat und mich wegen den Pulszonen der verschiedenen Laufintensitäten aufgeklärt hat. Hier mal für alle:
Langsame Dauerläufe sollte man bei einer 65-75%-igen Auslastung des Maximalpulses laufen, mittleres Tempo wäre bei einem 75-85%-igen Maximalpuls zu laufen und beim Tempotraining kann der Puls bis 90% hoch gehen, damit das Training effektiv ist. Den Maximalpuls kann man ganz einfach berechnen, indem man von 220 sein Alter abzieht. Also bei mir wäre das 220 – 24 = 196. Es gibt auch noch eine genauere Formel, siehe auf www.maximalpuls.de/maximalpuls.php. Somit kann man sich seine Pulszonen ausrechnen, wenn man die Prozentrechnung beherrscht ;o)
Zu meinem Tempotraining zurück. Es steht heute 4 * 2 km mit 3 Minuten Trabpause an. Ich habe ein bisschen Bedenken, dass ich nicht mithalten kann und nehme mir erstmal nur 3 Runden in der Zeit vor. Ich kann mich tatsächlich nicht mehr unterhalten, aber das ist ja Sinn und Zweck der Sache. Die Strecke ist im Gegensatz zur letzten Woche nicht wie Treibsand, sondern festgefroren und teilweise sehr glatt. Das Tempo ist fix, aber nicht zu schnell, sodass ich gut mitkomme. Ich laufe die ganze Zeit in der 2. Reihe hinter der neuen Trainerin und schaffe tatsächlich die ganzen 4 Runden. Mir ist aufgefallen, dass in dieser Gruppe gar nicht gequatscht wird, dafür mehr geschnieft =) Entgegen meinen Befürchtungen, dass ich mich nicht mehr mit den Mitläufern austauschen kann, habe ich nach der letzten Runde einen jungen Läufer kennengelernt, der auch einen Halben laufen will. Er ist auch neu in der Gruppe, jedoch kommt er aus der 6:30er-Gruppe, was für ein Sprung.
[Sonntag, 24.01.2010]
13 Kilometer allein bestritten.
Den langen Wochenendlauf hab ich diesmal leider allein bestreiten müssen, da mein Kumpel der Jan verhindert war. Ich wählte die gleiche Strecke wie letzte Woche, nur in entgegengesetzter Richtung und von zu Hause aus beginnend. Dort, wo ich mich die Woche durch tiefen, weichen Schnee kämpfen musste, war nun alles hart gefroren. Ich rutsche die ganze Zeit weg, weil der Untergrund so uneben war. Teilweise musste ich sehr langsam laufen, weil ich fürchtete umzuknicken. Irgendwann verließ mich dann auch die Lust, es machte einfach keinen Spaß allein, bei so blöden Bodenverhältnissen zu laufen. Aufhören wollte ich trotzdem nicht, weil es mit der Ausdauer echt gut lief und ich bei der Kälte auf keinen Fall gehen wollte. Also zog ich bis nach Hause durch. Mir kam es vor, als wäre ich ewig gelaufen. Nach dem Abstecken bei jogmap.de, zeigte es mir 13 Kilometer an und ich freute mich riesig. Nach 1 und ½ Stunden ruhigen Dauerlaufs und einen schönen Durchschnittspuls von 159, hab ich mich nach dem Duschen großartig und ganz frisch gefühlt. Jedoch taten mir aufgrund des harten Untergrundes und des ständigen Wegrutschens, trotz ausgiebigen Dehnens, die Knie weh. Ich wünsche mir wieder weichen Schnee, aber bitte nicht so viel.
hr schöne Runde, die wir sicher nochmal laufen werden.
Woche 9
[Dienstag, 26.01.2010]
Heute muss ich das Dienstagstraining leider ausfallen lassen, obwohl das Wetter und meine Lauflust es zugelassen hätten. Ich habe nämlich meine Laufschuhe beim Orthopädischen Schuhmeister abgegeben, damit er anhand meines Fußabdruckes ein Paar Sporteinlagen anfertigen kann.
[Donnerstag, 28.01.2010]
Beim Tempotraining bin ich heut auch nicht gewesen, weil ich erstens meine Schuhe noch nicht wieder hab und ich zweitens im Lernstress stecke. Ich versuche das Training morgen im Park nachzuholen.
[Sonnabend, 30.01.2010]
Einmal Auensee und zurück. Jan ist heut wieder dabei und wir nehmen uns eine 12-Kilometer-Strecke vor: von der Pferderennbahn zum Auensee, am Zentralstadion vorbei, eine Runde um den See herum und wieder zurück. Jan zieht die ersten paar 100 Meter ganz schön und ich lass mich, ohne dass ich es recht merke, mitziehen. Erst als ich auf die Pulsuhr schaue und mein Puls bei 170 liegt, wird mir klar, dass wir viel zu schnell sind. Also wird ein Gang zurück geschalten und im lockeren Tempo weiter gelaufen. Die Strecke ist herrlich; immer an der Elster und der Luppe entlang, wo kaum jemand unterwegs ist. Dann strahlt auch noch ein wenig die Sonne und die Schneelandschaft glitzert. Jedoch hab ich auf den letzten zwei Kilometern ganz schön zu tun und bin an der Ampel Karl-Heine-Straße schon knülle. Die kurze Verschnaufpause beim Warten, lässt mich meine letzten Kräfte sammeln und tragen mich doch noch bis zum Ziel. Als Belohnung gibt´s vom Schmalzbäcker-Stand an der Rennbahn mega leckere Käppelchen.
Woche 10
[Dienstag, 02.02.2010]
Mondscheinlauf.
Heut geht es wieder auf den Fockeberg und diesmal 4 gemütliche Runden. Es wird gerade dunkel, als wir mit unserer Erwärmung beginnen. Mein Kumpel und ich hüpfen uns erst mal ein paar hundert Meter auf ebenem Boden warm, bevor es rauf geht. Oben angekommen, überrascht uns ein wunderschöner Ausblick über die beleuchtete Stadt. Die ersten 2 Runden sind easy; können uns sogar unterhalten und das nicht nur bergab =) Zum Glück wird es auf dem Weg gar nicht richtig dunkel, weil der Schnee den Mondschein reflektiert und wir somit genug sehen. Es läuft auf jeden Fall besser, als vor 2 Wochen bei den 3 Runden. Wir freuen uns und sehen das schon als Trainingserfolg. Ich hätte sogar noch Power und Lust auf 1 oder 2 weitere Runden, aber wir wollen es nicht übertreiben. Eine unserer Runden ist, mit ein paar hundert Meter auslaufen 2,7km lang. Die 4 Runden sind wir in 1:05h gelaufen, was ich ganz ordentlich finde. Da ist es ein bisschen Schade, dass Leipzig nicht mehr Hügel zu bieten hat. Dafür kommen wir ohne Anstrengung mit dem Rad überall hin. Ist ja hier manchmal wie in Amsterdam ;)
[Donnerstag, 04.02.2010]
Tempotraining im Alleingang.
Diesmal bin ich ganz entspannt zum Treffpunkt im Clarapark gejoggt, um mich vorher warm zu laufen und auf dem Rückweg auszulaufen. Eigentlich wollte ich heut wieder in der schnelleren der 5:40-Gruppe laufen, weil die letzten Läufe so entspannt liefen. Doch durch eine Verwechslung der Trainer, hatte ich mich in eine andere Gruppe verirrt. Da mir keines der Gesichter bekannt vorkam, schöpfte ich Verdacht und fragte nach. Na toll, nun musste ich meiner 5:40er hinterher sprinten. Ich sah die Läuferformation 100 oder 200 Meter vor mir und durch eine geschickte Abkürzung und gefühlten 100-Meter-Sprinttempo, hatte ich sie eingeholt. Ich schlüpfte irgendwo unbemerkt dazwischen, hielt es aber nur noch kurz durch.=( Ich musste abbrechen, und das schon nach den ersten hundert Metern der ersten Runde. Das war echt ernüchternd. Ich hatte kurz den Gedanken aufzugeben und nach Hause zu gehen. Aber nun war ich einmal draußen und am trainieren, also wollte ich das auch nutzen, obwohl ich grad echt fertig war. Ich trabte ganz langsam vor mich hin und machte mir Hoffnung, bei der 6-Minuten-Gruppe einzusteigen, wenn die mich überrundete. Doch die war unauffindbar. Ich lief und lief, bis mich irgendwann meine 5:40er einholte und ich noch einen letzten Angriffsschlag wagte. Doch nach wenigen Metern abhetzten und üblen weggerutsche, ließ ich es bleiben. Enttäuscht und entmutigt zog ich trotzdem meine letzte 1 und ½ Runden mit einem 6er-Schnitt durch. Im lockeren Tempo und doch stolz auf mich, dass ich weiter gemacht hab, lief ich nach Haus.
Woche 11
[Donnerstag, 11.02.2010]
Schon wieder erkältet.
Alle in meinem Umfeld hatten eine Erkältung und mich hat´s auch nochmal erwischt, sodass ich letztes Wochenende den langen und Dienstag den kurzen Lauf ausfallen lassen musste. Dieser Umstand kam mir andererseits zum Lernen zu Gute. Heut am Donnerstag ist nämlich eine Premiere für mich: ich habe meine aller aller letzte Klausur im Studium hinter mir und nur noch die Diplomarbeit zu schreiben. Na das ist jetzt auch kein Ding mehr und ich freu mich schon drauf…
Beim Tempotraining hab ich heut alles richtig gemacht: ich war pünktlich, hab die richtige Gruppe und ne neue Laufpartnerin, die Heike gefunden. Nach der Misere vom letzten Tempotraining und nach dem krankheitsbedingtem Ausfall, hab ich mich ganz gut in der 6er-Truppe gefühlt. Es lief alles planmäßig; 3x3km mit 4min Trappause zwischendrin. Am Dienstag bin ich mit Heike zum Ernährungsseminar verabredet. Bin ich schon sehr gespannt, welche Tipps uns der Experte gibt.
[Samstag, 13.02.2010]
Der perfekte Lauf;
war´s heut für mich. Die 12,5 km von der Pferderennbahn zum Auensee und zurück liefen ganz entspannt, auf dem gefrorenen Boden lag etwas weicher Schnee und die Sonne schien. Ich finde mittlerweile Schnee und Eis gar nicht mehr so schlimm und an die Temperaturen hab ich mich auch gewöhnt. Ich mag die frische klare Luft und das glitzernde Weis des Schnees. Da es heut so super lief, werden ich beim nächsten Wochenendlauf mal noch paar km mehr versuchen…
[Sonntag, 14.02.2010]
Huch, Halbzeit.
Mir ist heut erstmal aufgefallen, dass wir uns am Ende der 11. Trainingswoche befinden. Das beunruhigt mich ein bisschen, da ich ja doch das ein oder andere Mal nicht Laufen gehen konnte. Außerdem steht in 3 Wochen schon der Fockeberglauf an. Bei dem tollen sonnigen Wetter entschließe ich mich die Wettkampfstrecke zu probieren: den steilen Weg zur Fockespitze hoch, den flacheren Weg wieder runter und das 3 Mal. Es ist immer noch alles vereist, sodass ich etwas Mühe habe die harte Steigung hoch zu kommen. Jedoch rutsche ich mit meinen Laufschuhen und fixerem Tempo weniger weg, als manch andrer im Spazierschritt. Nach dem ersten Aufstieg hab ich schon gut zu tun und kann auf dem Abstieg mich wieder erholen. Nach der 3. Runde ist dann aber auch Schluss, weil ich 1. nicht mehr mag, 2. nicht mehr kann und weil ich´s mir bewiesen hab, dass ich die Wettkampfstrecke (sogar vereist) schaffe. Nur noch das kleine Stückchen wieder nach Haus und gleich jemanden davon berichten =) Hab übrigens im Nachhinein ausgerechnet, dass ich fixe 6,1min/km schnell war. Vielleicht bin ich ja doch nicht ganz die letzte beim Wettkampf, und wenn, auch gut.
Woche 12
[Dienstag, 16.02.2010]
Ernährungsseminar
Fahre mit Heike, meiner neuen Lauffreundin zur Neuen Messe, um mich über das Thema „Sportler-Ernährung“ im Rahmen des Laufseminars weiter zu bilden. Ich denke zwar, dass ich mich schon gesund und ausgewogen ernähre, jedoch ist heute ein Fachmann zum Vortrag geladen: Herr Dr. Feil, er berät einige Spitzensportler (Olympiasieger Triathlon, Fußball Bundesliga und mehrere Nationalmannschaften). Sein Vortrag ist äußerst interessant und ich mache mir viele Notizen. Seine Schlagworte Chili und Ingwer, tauchen immer wieder bei der Präsentation auf. Selbst als er einige Rezepte empfiehlt, kommt Chili im Frühstücksdrink vor ;) Ich bin von seinen Tipps und Empfehlungen so begeistert, dass ich mir vor nehme gleich die nächsten Tage einige Produkte zu kaufen.
[Donnerstag, 18.02.2010]
Üble Zerrung
Seit meinem Wochenend-Training geht’s meinem linken Fuß gar nicht gut. Ich musste am Sonntag nach dem Fockeberglauf auf dem Heimweg sogar kurz meine Schuhe ausziehen, weil ich mit so einem beißenden Schmerz in der Fußsohle nicht weiter gehen konnte. Habe mir nix weiter dabei gedacht, da ich sowas bis jetzt noch nie hatte und cremte mir nachts die Stelle nur mit einer entzündungshemmenden Creme ein. Montag bis Mittwoch waren die Höllentage, ich kam mir vor wie ein Invalide, weil ich humpelte. Mittwoch schaffte ich es grad noch in die Stadt, um mir dort ein paar Wundermittelchen für meine Sportlerernährung zu kaufen: Leinsamenöl, Molkepulver, Rapsöl zum Kochen und natürlich eine Knolle Ingwer (Chili hab ich schon zu Haus =).
Da der Buchladen auf dem Weg lag, wagte ich noch ein Blick in ein Buch von Dr. Feil, welches ich dann auch kaufte. Ich hätte meinen Fuß schonen sollen, aber wollte das alles unbedingt gleich haben und kosten und lesen… Hätt ich mal lieber damit gewartet.
Am Abend hat es mir dann so sehr gezogen, dass ich im Inet nach einer Lösung suchte (anstatt zum Arzt zu gehen!?) und fand auf diversen Seiten den gleichen Hinweis: KÜHLEN und nicht wärmen. Mist, das hätte ich schon längst machen sollen. Ich weiß immer nicht, wann man eine schmerzende Stelle mit Wärme oder Kälte behandeln sollte, nun bin ich schlauer - zu spät.
Woche 13
[Donnerstag, 25.02.2010]
Arztbesuch.
Es wird und wird nicht besser mit meinem blöden Fuß. Und ich hab schon echt Entzugserscheinungen vom Laufen =(
Meine Hausärztin verschreibt mir entzündungshemmende Tabletten und strikte Schonung. Ich muss zugeben, dass ich die Tage zu viel rumgelaufen bin. Es standen einfach ein paar Termine an, die ich nicht so einfach verschieben konnte. Dafür habe ich jetzt einen Praxispartner für meine Diplomarbeit *yippie*
Woche 14
Geschäftsreise.
Ab Mittwoch werde ich in Stuttgart auf einer Messe für meine Diplomarbeit recherchieren und bis Anfang nächster Woche hier im Westen Arbeit und Freizeit verbinden ;)
Bis jetzt haben die Tabletten meiner Ärztin hervorragend angeschlagen. Wäre ich nur gleich zu ihr gegangen und hätte mir paar Meter zu Fuß erspart, dann wäre ich längst wieder fit und könnte in Stuttgart und Heidelberg am Neckar eine Runde drehen =(
Den Fockeberglauf kann ich abschreiben. Bin sehr traurig darüber, aber im November ist ja noch ein Lauf und nächstes Jahr im Frühjahr usw…
Woche 15
[Mittwoch, 10.03.2010]
Trainingsflaute.
Wie nicht anders erwartet, läuft mein Trainingsstart nach der Zerrung richtig bescheiden:
Vor Beginn freue ich mich tierisch darauf endlich wieder laufen zu gehen. Das hat mir die letzten Wochen wahnsinnig gefehlt und ich kann´s kaum erwarten. Habe auch nur vor eine kleine Runde zu drehen, um wieder ins Training zurück zu kommen. Glaube aber nicht, dass ich morgen beim Tempotraining schon das Trainings-Soll erbringen kann. Mal schauen. Nach einigen hundert Metern merke ich dann aber schon, dass meine Beine schwer wie Blei und die Muskeln steif sind. Mein Puls ist auch gleich unnormal hoch, obwohl ich bewusst Schneckentempo laufe. Ich verstehe das nicht, so schlimm hab ich mir das nicht vorgestellt. Ich komme mir vor, als hätte ich noch nie Sport getrieben. Obwohl ich in meiner Verletzungspause Schwimmen, Klettern und immer mal wieder Rad fahren war. Ganze 23 Minuten habe ich mich (von zu Hause, eine Runde um die Rennbahn und noch nicht mal wieder ganz bis nach Hause zurück) gequält. Es waren peinliche 3,2 km, die mir wie das 10-fache vor kamen. Ich bin schockiert und maßlos enttäuscht.
[Samstag, 13.03.2010]
Noch ein Knock-Out.
Das kann doch nicht wahr sein, nun hat mich auch noch so ein mieser Magen-Darm-Virus erwischt. Lag den gesamten Donnerstag flach. Ich war so schwach, dass mir meine liebe Mitbewohnerin Tee kochen musste. Erst am Freitag konnte ich gerieben Apfel und Zwieback genießen. Heute habe ich mir etwas Kartoffelbrei gekocht und auch sonst noch leichte Kost gehalten. Bin immer noch nicht wieder ganz auf dem Dampfer. Werde mich aber die kommenden Tage wieder hochpäppeln, sodass ich bis spätestens Dienstag einen kurzen Lauf bestreiten kann.
Hab nun wirklich schon alles durch, ich erinnere noch mal:
6. Woche Erkältung,
9. Woche Laufschuhe beim Orth. Schuhmeister,
10./11. Woche 2. Erkältung,
12.-14. Woche Zerrung und
15. Woche Kotzeritis.
Kann da jetzt noch was Tückisches kommen oder bleibe ich bis zum Halbmarathon nun verschont? Meine ersten 6 Trainingswochen und alle Läufe im letzten Jahr liefen ohne irgendwelche Vorkommnisse. Nun, wo ich mir ein Ziel gesetzt habe und dafür das bestmögliche versuche raus zu holen, missglückt es mir doch nicht etwa!? Langsam zweifle ich an meiner heimlich gesteckten Einlaufzeit von unter 2 Stunden, aber noch nicht daran, es überhaupt zu schaffen!! *tschaka*
Falls ich nächsten Dienstag wieder anfangen kann zu trainieren, habe ich noch fast 6 Wochen Zeit bis zum Startschuss. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass sich das Training vor der langen Pause gelohnt hat und ich darauf noch aufbauen kann.
Woche 16
[Montag, 15.03.2010]
Schwimmstunde.
Um wieder in den Trainingsrhythmus zurück zu finden, werd ich heute mal eine Runde schwimmen gehen. Meinem Magen geht’s wieder gut und ich fühl mich belastbar. Als ich losfahren will, regnet es wie aus Eimern =( Och nööö, so ein Mist. Ich fahr trotzdem mit dem Rad los, weil ich endlich wieder was Sportliches machen will. Ich steuer auf das Schwimmbad an der Elster zu. Der Weg dahin nimmt kein Ende und ich bin schon gut durchnässt. Angekommen werde ich enttäuscht, denn heute ist kein öffentliches Schwimmen. Verdammt, da hab ich mich wohl vor lauter Aufregung im Inet verguckt =( Oh Mann, nun hab ich mich satt und ich fahr im strömenden Regen volle Kanne zurück. Na wenigstens hab ich ne kleine Spritztour mit dem Rad gemacht….
[Mittwoch, 17.03.2010]
Noch eine Verletzte.
Habe mit Heike telefoniert, die sich vor ein paar Wochen auch übel verletzt hat. Sie ist wohl beim Tempotraining böse gestürzt und hat sich die Kniekehlen überdehnt =( Trotzdem haben wir uns beide ganz optimistisch zum 8. Frühjahrslauf des BSV AOK Leipzig am Samstag angemeldet.
Wir wollen beide den Frühling mit einen kleinen 10km-Lauf durch den Clara-Park begrüßen, um so wieder zurück zum Training zu kommen.
Ein kleines Problem gibt es nur noch: es kündigt sich grad wieder ne Erkältung an. Liegt wohl daran, dass ich Montag so durchnässt war und mein Immunsystem nach dem M-D-Virus noch etwas schwach ist. Ich versuche es mit ganz viel Obst, Gemüse und Schlaf zu stärken und lasse morgen das Tempotraining lieber ausfallen, damit ich Samstag fit bin.
Im Nachhinein, ist mir klar geworden, dass der Mini-Lauf vergangenen Mittwoch bestimmt so mies lief, weil der M-D-Virus in mir schon sein Unwesen getrieben hat. Ich hab gelesen, dass sich ambitionierte Sportler an ihren Ruhepuls nach dem Aufstehen orientieren. Wenn dieser erhöht ist, lauert was im Busch und sie schonen sich. Das werd ich nun auch mal einführen, um eine Überbelastung zu vermeiden.
[Samstag, 20.03.2010]
Frühjahrslauf.
Ich esse erstmal in Ruhe Frühstück. 13.30Uhr holen Heike und ich die Startnummer ab und es hat tatsächlich aufgehört zu regnen *freu*. 14Uhr fällt der Startschuss und wir laufen in der Masse los. Das ist ein großer Fehler, denn wir sind viel zu schnell. Nach wenigen hundert Metern sind wir beide schon knall rot und am hecheln. Mir war schon wie aufgeben, aber die erste 5km-Runde wollte ich auf jeden Fall durchhalten. Wir liefen nun deutlich langsamer und kamen in unseren Laufrhythmus. Mein Puls ging von über 180!!! wieder etwas runter auf 175 und ich konnte relativ entspannt laufen. Ich erholte mich sogar ein wenig und wurde kurz vor Ende der ersten Runde wieder schneller. Heike ließ ich zurück und schaffte dann doch noch eine ganz passable Laufzeit von 58:45min. Yipie, unter eine Stunde, das wollte ich ja schon irgendwie und habs gepackt. Mein Puls lag kurz vor Zieleinlauf bei über 190, weil ich nochmal einen Sprint hinlegte. Heike kam nur wenige Minuten nach mir ins Ziel. Die letzten 3km hatte ich eine Tante hinter mir, die mich sicher gern überholt hätte. Ich ließ sie aber nicht vorbei und ziehte immer wieder an. Aber ohne ihr Fersentreten, wäre ich nicht so eine Zeit gelaufen.
Es haben 245 Läufer teilgenommen, wobei die schnellste Frau 38:52min (W40!!!), der schnellste Mann 33:27min (M20) und der älteste Läufer sogar schneller als ich war mit 52:53min (M75).
Das sind wahnsinns Zeiten, Hut ab!!
Woche 17
[Montag, 22.03.2010]
Radtour Leipzig – Chemnitz.
Ich hab ja sonst keine Hobbies und deshalb hab ich mir mit meinem Kumpel Erik vorgenommen, von Leipzig nach Chemnitz mit unseren Rädern zu fahren. Das sind rund 100km, die bezwungen werden wollen. Mit Radkarte, viel Trinken und etwas Futter ausgestattet, geht es vormittags los. Ab der guten Hälfte wird es immer bergiger und wir stellen ernüchtert fest, dass wir immer noch nicht das Leipziger Land verlassen haben. In Penig (20km vor Chemnitz) müssen wir wegen beginnender Dunkelheit leider abbrechen. Sind etwas traurig, es nicht ganz geschafft zu haben, aber trotzdem happy. Denn wir haben sehr viel schöne Natur gesehen. Nach dem Halbmarathon werde ich die Strecke aber nochmal in Angriff nehmen. Dann werde ich früher los fahren, in Chemnitz beginnen und irgendwas Weiches unter meinen Hintern basteln ;)
[Donnerstag, 25.03.2010]
Endlich wieder Tempotraining.
Nach 6 Wochen Zwangspause, freue ich mich heut ganz doll auf das Training. Nicht nur, weil ich nun wieder richtig ins Training einsteige, sondern auch, weil heut mein erster Lauf dieses Jahr bei warmen Temperaturen sein wird.
Die Firma ULTRA stellt heute ihre leistungssteigernde Sportlernahrung vor, wovon wir in der 6-Minuten-Gruppe leider während des Laufes nix testen können, da wir wieder am Elsterbecken laufen.
Mein Trainingsplan gibt für heute 2x5km mit 5min Trabpause zwischendrin vor. Ich laufe entspannt mit, kann mich sogar unterhalten und das bei einem Durchschnitts-puls von 170. Hätte sogar Lust noch ein drittes Mal 5km zu laufen, merke aber noch den Muskelkater in Knien und Oberschenkeln.
Als ich zum Testfeld zurück komme, probiere ich noch etwas von ULTRON und lasse mich beraten. Nehme 2 sogenannte Gel-Pads fürs Wochenende mit Heim.
Für Sonntag habe ich mich nämlich zum 15km-Handicaplauf im Rosenthal angemeldet (nein, nicht für beschränkte Läufer ;) Man wird vor dem Lauf gewogen und anhand des Alters und Geschlechts, wird die persönliche Startzeit errechnet. Es gibt also keinen Massenstart, sondern die älteren Läufer (mit mehr Handicap) starten zuerst und die jungen, dynamischen zum Schluss.
Find ich super, da werd ich nicht wieder von dem Pulk mitgezogen und habe eine realistische Chance das auch zu schaffen. Denn wer aufmerksam mein Lauftagebuch verfolgt hat (liebe Grüße an meine Lese-Fans und besonders an meine Schwester Alisa!!!) dem/der ist vielleicht aufgefallen, dass die 15km für mich Premiere werden. Es wird aber auch langsam Zeit, die 15km-Marke 4Wochen vor dem Wettkampf zu knacken… *aufiiii*
[Sonntag, 28.03.2010]
15. Handicaplauf.
8.30Uhr: Es regnet, ich bin die Nacht viel zu spät ins Bett und ich hatte ne Stunde weniger Schlaf, wegen der blöden Zeitumstellung. Nicht desto trotz quäle ich mich zu dieser unnormalen Zeit an diesem Sonntag aus dem Bett =(
In der Gewissheit, allein beim Wettkampf zu laufen und vielleicht als letzte ins Ziel zu kommen, zerstört meine Euphorie. Beide Mädels, die für diesen Lauf zugesagt hatten, waren verhindert =/
Nun ja, mein Ehrgeiz, die 15km zu knacken ist größer.
Am Veranstaltungsort im Rosenthal angekommen, muss ich mich erstmal wiegen und messen lassen. Aus den Daten wird für jeden eine persönliche Startzeit berechnet. Da ich groß, schlank und jung bin starte ich mit 22min Rückstand zur 1. Läuferin. Ich bin somit die 80.igste von 116 Teilnehmern, KLASSE!! Hinter mir nur dynamische Spitzenläufer. Das heißt, keine Chance ne gute Platzierung zu erreichen. Egal, Ziel ist heute es einfach nur zu schaffen und vielleicht unter die ersten 100 Läufer bekommen, um eine Tasse als Preis zu erhalten. Da aber mein Rückstand so groß war und ich auch nicht so super schnell gelaufen bin, hat mich leider keine Tasse beim Zieleinlauf erwartet…
Jedoch bin ich ne persönliche Bestzeit gelaufen: die 15km hab ich in 1:21:31h mit einem Durchschnittspuls von 176 geschafft. Das waren auf den Kilometer runter gerechnet 5,4 min/km *stolz* Vor einer Woche beim Frühjahrslauf bin ich die 10km in 5,8 min/km gelaufen und das ganz schön gequält. Diesmal bin ich entspannt los gelaufen und hab mich von den ambitionierten Überholern nicht mitziehen lassen.
Waren drei schöne Runden durch das Rosenthal und fast schon ne familiäre Stimmung. Hat mir sehr gut gefallen!
Abends schmerzten mir dann so sehr die Beine, dass ich das Gefühl hatte meine Muskeln/ Sehnen würden reißen.
Woche 18
[Dienstag, 30.03.2010]
Kurze Hose an!
Der Frühling ist da =D Nachdem ich mir gestern ne schniecke kurze Hose gekauft hab, ist heut der passende Tag dafür, sie einzuweihen. Es ist herrlich warm und es sind wahnsinnig viele Läufer unterwegs. Ich entdecke einige mit Winterspeck auf den Hüften, die bestimmt ein schlechtes Gewissen haben, wegen der Strandfigur und nun versuchen übers Laufen abzunehmen. Viel Erfolg dabei, das wird, das wird schon wieder ;)
Meine Beine sind noch etwas steif und schwer, nach dem harten Wettkampflauf am Sonntag. Trotzdem lauf ich gemütlich meine Runde über 10,6km in 1:10h.
[Freitag, 02.04.2010]
Osterüberraschung: Ein Kater.
Nachdem ich gestern 13 Stunden in Halle arbeiten war, hatte ich mir einen ausgelassen Tanzabend mit Freunden und einigen Drinks gegönnt. Die Folge nach 25 Stunden Belastung meiner Duracell-Batterie: Akku leer =/
Wollte eigentlich das Donnerstagstraining heut nachholen, aber muss mich erstmal wieder regenieren. Kurz vorm Sonnenuntergang juckte es mich dann doch, mich zu bewegen. Ich fuhr mit dem Rennrad zum Cospudener See. Während ich den See umrundete, (Osterüberraschung: Noch ein Kater.) klemmte sich ein wahnsinnig fixer Inline-Skater hinter mich, der meinen Windschatten nutzen wollte =D War eine lustige Begegnung und wir quatschten bisschen übers Sporten.
[Sonntag, 04.04.2010]
Osterlauf.
Nachdem ich mit meiner Family 6 Stunden im Zoo verbracht habe, schlüpfte ich doch noch in die Laufschuhe. Ich lief der untergehenden Sonne und dem Auensee entgegen. Herrlich: die rote Sonne, die warme Luft, die Ruhe nach dem Zoobesuch. Vor einigen Wochen lag hier noch Schnee und nun wird von Tag zu Tag alles grüner.
Auch diesen Sonntag hab ich meine Distanz erhöht: 17,5km in 1:53h. Das werde ich jetzt die nächsten Wochenendläufe so machen, aber ohne vorher die gesamten 21,5km zu laufen. Will mir doch nicht den Überraschungseffekt versauen, den Halben vorher schon geschafft zu haben. Nee, das soll ne Premiere werden!
Woche 19
[Dienstag, 06.04.2010]
Neue Lauffreundin.
Über eine Gruppe im StudiVz hab ich Helen kennengelernt, mit der ich heute erstmals zusammen laufen gehe. Wir verstehen uns auf Anhieb super, haben das selbe Trainingsniveau und laufen entspannt 12,5km. Die Stoppuhr sagt 1:13h dazu. Wir verabreden uns gleich für den kommenden Dienstag wieder.
[Donnerstag, 08.04.2010]
Unverträglichkeit gegen Bärlauch.
Freu mich total, wieder im Training zu stehen und vielleicht doch die 6 Wochen Trainingsausfall wett zu machen. Beim Tempotraining werd ich heut mal wieder in der 5:40er-Gruppe mitlaufen, wird wohl kein Ding sein. Jedoch fällt mir 1 Stunde vor Trainingsbeginn auf, dass ich Hunger bekomme. Am Dienstag verspeiste ich auch 2h vor dem Lauf eine riesige Pizza, die mir supi bekommen ist. Also gibt’s bei mir Nudeln mit selbstgemachtem Bärlauchpesto. Zu Beginn des Trainings läuft erst alles gut, doch dann beginnt das Magendrücken. Es wird immer unangenehmer, sodass ich auf dem letzten Kilometer abbrechen muss und mich fast übergebe =(
Nun weiß ich wenigstens, dass ich mein eigenes Pesto nicht vertrage, wie ärgerlich ;)
[Samstag, 10.04.2010]
Nerviger Gegenwind.
Durch rollende Begleitung meiner Freundin Lydia auf dem Rad, knackte ich heut wieder eine neue Distanz: 18,75km. Es ging vom Parkplatz R-Lehmann-Str., auf der neuen Linie zum Cospudener See, eine Runde rum und zurück. Wenn ich meine frisch gebackene Managerin nicht dabei gehabt hätte (die mir Trinken reichte und mich motivierte) wäre ich glaub ich nach ¾ der Strecke stehen geblieben. Mich hatte der permanente Gegenwind am See (10,8km) fast auf die Palme gebracht. Ich kam kaum vorwärts und hatte wahnsinnig zu tun. Auf den letzten 3 oder 4 km ziepten meine Muskeln ganz schön. Meine Ausdauer hielt, aber meine Muskeln machten langsam schlapp =( Doch ich zog durch. Ohne Schmerzen wird es wohl auch beim Halben nicht laufen….
Woche 20
[Dienstag, 13.04.2010]
Magenschmerzen.
Beinahe hätte ich den Lauf heute abgesagt, wenn die Helen mich nicht noch dazu animiert hätte. Ich war nämlich den ganzen Tag in Dresden und Bautzen unterwegs, um die Praxispartner für meine Diplomarbeit zu besuchen. Am Nachmittag wurden wir zu einem Stück Torte und Kaffee eingeladen, was mir gar nicht bekommen ist; ess ich sonst nie. Zu Hause bekämpfte ich dann die Magenkrämpfe mit Tee und Oma´s Wärmekissen =) Als es besser wurde, habe ich mich dann doch noch für ne Laufrunde entschieden, um den Kopf wieder frei zu bekommen und Helen noch näher kennenzulernen.
Wir liefen wieder die Strecke von letzter Woche (Auensee und zurück, 12,6km).
Auf dem Rückweg trafen wir auf den netten Typen aus dem Laufladen, der uns einige Tage zuvor ganz freundlich beraten hatte. Er trainiert jeden Tag für die 1500m-Distanz, manchmal auch 2 Mal!!!. Er lief ein Stück mit uns zusammen, wobei er uns aber automatisch mit seinem schnellen Tempo voran zog. Helen störte die erhöhte Geschwindigkeit nicht, doch ich hatte zunehmend zu tun. Mist, Helen scheint viel besser trainiert zu sein als ich, das beunruhigt mich etwas. Denn wir haben uns ausgemacht in 1 ½ Wochen die 21,5km-Distanz zusammen zu bestreiten. Nun befürchte ich, dass sie besser über die Runden kommt und ich vielleicht irgendwo einbreche…. Na vielleicht war meine Kondition heut aber auch nur so schlecht, weil ich schon so viel auf den Beinen war und viel zu wenig getrunken und gegessen hab.
[Donnerstag, 15.04.2010]
Letztes Tempotraining.
Irgendwas stimmt mit meiner linken Wade nicht. Nach dem Dienstagslauf zieht es so verdächtig darin. Nehme es aber nicht ernst, stempel es fälschlicherweise als Muskelkater ab und mache mich zum letzten Mal auf zum Tempotraining.
Nach der ersten Runde um das Stadion (3km) merke ich schon ein deutlich stärkeres ziehen, laufe aber trotzdem noch eine 2. Runde mit, weil ich mich grad so nett unterhalte und ich ehrlich gesagt nicht schon wieder vorzeitig aufgeben will. Das musste ich ja letzte Woche schon =( Doch dann wir der Schmerz zu doll. Traurig, aber mit der sicherlich cleveren Entscheidung, steuere ich den Heimweg an.
Zu Hause kümmere ich mich gleich um die Verletzung und werf ne Schmerztablette ein. Oh Mann, ich hoffe ganz stark, dass sich nicht schon wieder eine Zerrung eingeschlichen hat?!??
[Sonntag, 18.04.2010]
Erneuter Trainingsausfall.
Mist, das hat mir grad noch gefehlt. Eine Woche vor dem entscheidenden Tag hab ich mir doch wirklich nochmal ne Zerrung zugezogen. Bin total enttäuscht, weil ich nun fürchte, vielleicht gar nicht starten zu können *ahhhhh* Sollte ich tatsächlich den Endgegner nicht bezwingen können?? Ich kühle, schone und creme die Wade mehrmals täglich ein. Das Ibuprofen wirkt auch schon. Doch was ist, wenn das nicht reicht? Ich will es mir noch gar nicht vorstellen und lass erstmal die nächsten Läufe ausfallen. Falls ich nächsten Sonntag doch starten sollte (wenn bis dahin die Wade wieder ok ist) steht aber noch die Frage im Raum, ob ich den Halbmarathon wegen des vielen Trainingsausfalls überhaupt durchlaufe? Hab mir doch vorgenommen auf keinen Fall stehen zu bleiben, sonst ist das für mich wie ne Disqualifikation.
Woche 21
[Freitag, 23.04.2010]
Zitterpartie.
Es ist immer noch ungewiss, ob das am Sonntag was wird. Wollte heute eigentlich mal noch ne kleine Runde Probe laufen, doch das lass ich lieber. Ist zu gefährlich, wenn sich die Wade wieder melden sollte =( Aber irgendwas will ich vorher noch sportliches machen. Ich schnapp mir also das Rennrad vom Mitbewohner und düse 2 Runden um den Cossi.
Morgen hole ich mir die Startunterlagen ab und schau mal bei der Nudelparty vorbei. Wird auf jeden Fall ein aufregendes Wochenende: meine beste Freundin Peggy ist zu Besuch, meine Family kommt zuschauen und paar Freunde werden mich am Sonntag auch anfeuern. Aufmunternd ist, dass ich nicht allein starten muss, sondern den Lauf mit Helen bestreiten werde. Sie hat schon gesagt, dass sie mich, wenn´s sein muss, auch zum Ziel schleifen würde ;)
Bin ja gespannt wie die Stimmung um den Marathon herum sein wird und wie mein Körper in so einem Ausnahmezustand reagiert. Davon werde ich am Montag zum letzten Mal berichten. Bis dahin wünsche ich allen Läufern die Ergebnisse, die sie sich vorgenommen haben und ganz viel Freude an der Sache!!!
Mein Ziel ist es jetzt nur noch, die 21,5km durchzuhalten, indem ich entspannt laufe. Werd bisschen quatschen und die Atmosphäre genießen. Will ja nicht ins Ziel kriechen, sondern mit einem Lächeln ins Ziel Laufen.
[Sonnntag, 25.04.2010]
Startnummer 21697.
Ich trete voller Wagemut heute an. Die Zerrung in der Wade merke ich kaum noch und ich fühle mich insgesamt sehr fit.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, wie sich das sonntags gehört, treffe ich mich 12.15Uhr mit meiner Familie und Freunden in der Nähe des Starts. Es macht mich jetzt schon glücklich zu sehen, wie stolz alle auf mich sind, obwohl ich noch nicht mal los gelaufen bin =) 12.30Uhr begebe ich mich langsam Richtung Start, denn ich muss Helen noch finden. Doch wie soll ich das bei knapp 2.500 Teilnehmern machen =( Kurz nach dem Startschuss geschieht ein Wunder und Helen taucht wie aus dem Nichts in den Massen auf =D Überglücklich fallen wir uns in die Arme und beginnen ganz entspannt unseren ersten Halbmarathon zu laufen. Es ist ein beflügelndes Gefühl zwischen so vielen ambitionierten Sportlern zu starten und in die begeisternden Gesichter am Straßenrand zu blicken. Wir nutzen alle Trinkstationen auf unserem Weg, denn es ist wahnsinnig heiß an diesem Tag. Viele Läufer geben frühzeitig auf, aber ich zieh es weiter durch. Ich bin zwar noch leicht ängstlich, denn ich befürchte, die Wade oder sonst was spielt nicht mit. Mir tut nix weh, jedoch ist mein Puls ganz schön hoch (fast 180) wegen der Hitze. Ich will´s nicht übertreiben und zieh nicht mit Helen nach Kilometer 10 mit. Auf den letzten Kilometern werde ich von meinen persönlichen Coachs auf dem Rad begleitet: Peggy und Lydia. Sie versorgen mich mit Wasser und geben mir neue Energie für den Endspurt.
Die Stimmung am Straßenrand war teilweise richtig motivierend: Applaudierende, Trommler, abklatschende Kinderhände und andere Krachmacher =) Überglücklich im Ziel angekommen, erhielt ich eine Medaille und wurde von meinen Lieben herzlich empfangen. Es war ein wahnsinnig tolles Erlebnis, an das ich noch lange denken werde. Es gab so viele Eindrücke und Emotionen vor, während und nach dem Lauf, die ich hier gar nicht alle beschreiben kann.
Woche 22
[Dienstag, 27.04.2010]
Muskelkater olé.
Am Sonntagabend ging es mir allgemein ganz gut, haben im Park bis spät noch gegrillt und den Tag ausklingen lassen. Doch gestern und heute habe ich Ganzkörpermuskelkater, weil ich am Sonntag vor lauter Euphorie vergessen hatte mich danach zu dehnen. Hat irgendwie keiner gemacht ;)
Als Resümee kann ich sagen, dass das sicher nicht mein letzter Halbmarathon gewesen ist. Werde nach 2-3 Monaten noch einen laufen, um meine Zeit noch etwas zu verbessern. Meine Ziele für die Zukunft sind eigentlich nur weiterhin so fit und gesund zu bleiben.
Und nächstes Jahr werd ich vielleicht mal einen Triathlon anstreben.
Falls mich mal jemand erkennt, der kann mich gern ansprechen. Freue mich immer über nette Laufbekanntschaften.
Aus der Presse habe ich erfahren, dass Neo Rauch (von dem ich Fan bin) seinen ersten Halbmarathon mit 2:10h gelaufen ist, so wie ich =D Wenn ich mich auf den letzten Metern mal umgeschaut hätte, hätte ich ihn vielleicht erspäht. Und noch eine interessante Pressemeldung: „Insgesamt lagen 1.200 kg Bananen, 730 kg Äpfel, 6.500 Schwämme und 60.000 Becher für Getränke bereit.“ Hab leider nur einen Schwamm abbekommen, aber ansonsten gab´s ausreichend zu Trinken und Essen.
Ich möchte mich hiermit mal noch bei allen bedanken, die an mich geglaubt und mich motiviert haben: meine Schwester Alisa, meine restliche Familie, meine engsten Freunde (besonders Peggy und Lydia), aber auch der Flitzebiene Helen. Auch lieben Dank an die Organisatoren (besonders Peter), an Carsten und Dirk für's Texte hoch laden und den Trainern (besonders Uwe, Ute und Carina) des Laufseminars, ohne die ich nicht so intensiv und professionell trainiert hätte. Dank an den Laufladen für die immer freundliche Beratung und super Qualität! Und zum Schluss viel Erfolg allen Lesern bei ihren zukünftigen Zielen!!
Und wie gehabt: Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen im Laufforum Leipzig.