Paul Schmidt

Mein persönliches Lauftagebuch

 
 


Paul Schmidt
 
[Intro]

Hallo liebe Leserinnen und Leser, liebe Laufbegeisterte und Neugierige,
nun ist, nachdem ich letztes Jahr selber noch gespannt die Lauftagebücher von Ulrike und James verfolgt habe, diese Seiten ein wenig mit Leben und den Anekdoten einer Marathonvorbereitung zu füllen.
Aber zunächst zu mir: Ich bin ein zwecks Studium seit etwas mehr als zwei Jahren in Leipzig lebender Erfurter Jung', den seine Eltern vor fast 22 Jahren auf den Namen Paul getauft haben. Laufend bewege ich mich seit ungefähr 6 Jahren fort, wobei zeitweise die Lücken das Training überwogen.
Mittlerweile habe ich den Wiedereinstieg gefunden und das intensiver, als ich es mir früher hätte vorstellen können. Gepackt hat es mich im Herbst letzten Jahres mit der Vorbereitung auf den „Lauf Prag-Leipzig“, die mich auch zum ersten Mal ins Laufseminar führte. Heute, ein Jahr später, bin ich nicht nur von Prag nach Leipzig gelaufen, ich habe auch meinen ersten Kurz-Ultra und das Marathondebüt in den Beinen.
Der Leipzig Marathon im nächsten Jahr und die dazugehörige Vorbereitung bedeuten für mich zwei große Ziele: Angriff auf die persönliche Halbmarathon-Bestzeit (die alte wird aus Gründen des Selbstschutzes nicht verraten) und ein gutes Fundament für den Prag Marathon am 09.05., bei dem ich Leipzig würdig vertreten möchte.

zurück zur Übersicht »

Woche 1

Woche 1 Das Kribbeln ist da, endlich geht’s wieder los. Heute startet der Trainingsbetrieb des Laufseminars, auf dem Plan stehen Intervalle - 10 x 1000. Nicht unbedingt das große Highlight auf meiner Wohlfühlskala, aber dafür soll es sich mit Intervallen ja verhalten wie mit Medizin: nur wenn es Quälerei ist, hat es die erwünschte Wirkung.
Bei der Einteilung der Gruppen, die Peter wie gewohnt lautstark und entschlossen vornimmt, hadere ich noch mit den eigenen Ansprüchen. Trotz längerer Verletzungspause wieder in die 4:15 min/km-Gruppe, in der ich letztes Jahr aufgehört habe? Hält das lädierte Knie? Warum tue ich mir den Quatsch eigentlich an? Das Ergebnis kam, wie es nun mal kommen musste: Ego siegt über Vernunft, ab in die schnellste Gruppe unter Anleitung von Jörg.
Es war die richtige Entscheidung. Auch wenn Jörgs Versuche, die Gruppe vor dem völligen Überziehen zu bewahren, nur halbwegs funktionieren und das angeschlagene Tempo doch eindeutig über dem Plan lag, bin ich gut durchgekommen und konnte mir sogar einen gehetzten, aber von Herzen kommenden Ausruf nicht verkneifen: „Endlich normale Leute!“
Die erste Einheit ist geschafft, ich bin zufrieden. Es bleibt die Erkenntnis, dass Intervalle gar nicht so schlimm sind und Auslaufen nach dem Tempotraining irgendwie doch seine Daseinsberechtigung hat.

zurück zur Übersicht »

Woche 2

Dunkel, kalt und am allerschlimmsten - tagelanger Dauerregen. Nicht gerade meine Lieblingsbedingungen. Eine alte Weisheit besagt, dass es kein schlechtes Wetter sondern nur die falsche Bekleidung gebe. Dies darf im schlimmsten Fall als vollkommener Schwachsinn, wohlwollend dagegen eher als strenger Rat erziehender Bezugspersonen bezeichnet werden. Ich persönlich kann weder mit schlechtem Wetter noch mit einer Reaktion durch entsprechend angepasste Kleidung etwas anfangen und tat das, was auch einfach mal sein muss: zu Hause bleiben, das Laufseminar schwänzen und stattdessen lieber den Bierkasten in der WG-Küche von unnützer Last befreien.
Damit das schlechte Gewissen aber nicht als Sieger aus der Nummer hervorgeht, wurde einfach der freitägliche Morgen entsprechend umgebaut: Ganz früh zur Physiotherapie, anschließend vernünftig frühstücken und dann eine schöne Runde durch den Auwald drehen, wo die auf dem Trainingsplan stehenden Intervalle einfach am Fockeberg durchsimuliert wurden. Um diese eigentlich liebgewonnene Tradition hatte ich mich seit dem zum Saisonhöhepunkt deklarierten Start in Berlin permanent gedrückt, der Schweinhund war einfach stärker.
Als ich dann also heute mit rasselnder Lunge und starrem Blick bergauf stampfte, um anschließend abgehetzt die Leipziger Südstadt-Beule, liebevoll Mount Focke genannt, wieder runter zu hetzen - was an sich betrachtet irgendwie nicht sonderlich sinnvoll erscheint - wurde ich auch heute wieder wechselweise mit mitleidigen und verständnislosen Blicken gestraft. Fast wie im Sommer also, nur nass, kalt und schlammig.
Irgendwie hat der Dezember eine wundersame Wandlung zum nervigen kleinen Bruder des Oktobers vollzogen - Oktember quasi. Dabei könnte es so schön sein: wenn schon nicht Sommer, dann doch bitte wenigstens Schnee. Oder direkt zum Frühling weiterspringen. Jetzt. Bitte.

zurück zur Übersicht »

Woche 3

Ich habe den Beweis: Muskelkater vom Schwimmen zur ausgedehnten Triathlonvorbereitung – dem Schwimmtreff der Uni sei dank – und Training unmittelbar nach der Physiotherapie setzen im Körper merkwürdige Mechanismen in Gang.
Wie jeden Dienstag war ich gestern mit den unkaputtbaren Resten vom Team Prag-Leipzig auf den üblichen Runden unterwegs. Soweit, so erwartbar. Ungewöhnlich war, dass mein Lieblingsbremsläufer berufsbedingt nicht vor Ort sein konnte und wir daher ziemlich zügig unterwegs waren. Wir hatten nicht einmal über die Tempoverschärfung gesprochen, aber offenbar ist es mit dem alten Sprichwort doch nicht so weit her: „Wo zwei Männer in eine Richtung laufen, beginnt ein Wettrennen.“
Am Ende standen für mich inklusive Hin- und Heimweg circa 19 Kilometer auf der Uhr, absolviert in knapp 1:30h. Auch der Puls geht mit 152 bpm im Durschnitt für meine Verhältnisse absolut in Ordnung. Komischerweise hat es sich auf der Strecke deutlich stressig angefühlt, als es für den Körper letztendlich war und ich habe folglich nach Herzenslust gejammert. Merkwürdiges Ding, aber offensichtlich kommt der Ofen langsam wieder auf Touren.
Nun also am Donnerstag mit angezogener Handbremse (4:15er Gruppe + 30 sec) noch einmal auf die blaue Laufbahn, anschließend wird am Freitag der 22. Geburtstag feierlich begangen und dann geht’s endgültig auf in die weihnachtliche Fressorgie. Vielleicht hat ja der oder die Eine oder Andere Lust, mit mir gemeinsam ein Ründchen zu drehen, um dem fetten Weihnachtsbraten zu entkommen.
Schaut einfach mal in meinen Blog, da erreicht ihr mich auf alle Fälle: http://lebenlaufenleiden.blogspot.com

zurück zur Übersicht »

Woche 6

Neues Jahr – alte Seuche am Fuß. Nachdem meine Kreativität im Erfinden von Ausreden mal wieder neue Höchststände erreichte und ich somit, entgegen aller Erwartungen an mich selbst, den Trainingsplan über Weihnachten und den Jahreswechsel wie jedes Jahr nicht annähernd einhalten konnte, melden sich nun auch noch alte Leiden zurück.
In Anbetracht dessen, dass der Halbmarathon in Leipzig der Höhepunkt der Vorbereitung für Prag sein sollte, musste ich nun auch langsam in die Gänge kommen. Deshalb stand gestern der erste etwas längere Lauf der neuen Saison auf dem Plan, der mich aus der Südvorstadt über einige Umwege einmal um den Cospudener See herum führte und bei dem ich vom alten Prag-Leipzig Kollegen Marcel begleitet wurde.
Auch wenn ich die Anstrengung des Laufens im Schnee unterschätzt habe, nach meiner Rückkehr zu Hause ziemlich knete war und heute das Knie wieder heftig schmerzt, hat es sich dennoch auf alle Fälle gelohnt. Eine wunderbare Winterlandschaft, Stille, die nur vom knirschenden Schnee unter den Schuhsohlen durchbrochen wurde und jede Menge gut gelaunte, aber abgekämpfte Menschen auf Langlaufski, die noch langsamer vorangekommen sind als wir. Die Auswertung der Pulsuhr ergibt am Ende für knapp 28 km eine Zeit von 2:35 h, was einer Pace von knapp über 5:30 min/km entsprechen dürfte. Damit werde ich natürlich weder reich noch berühmt, aber für die Bedingungen geht das schon in Ordnung.
Nun muss ich wohl wieder einige Tage aussetzen, um das Knie zu kurieren. Aber wenigstens überschneidet sich das zeitlich mit dem grob unsportlichen Foul, welches mein Zahnklempner am Donnerstag für mich bereithält: die Weisheitszähne müssen raus. Solltet ihr in den nächsten Tagen eine dicke Hamsterbacke durch Leipzigs Parklandschaften stolpern sehen, dann wundert euch nicht und grüßt lieber freundlich. Ick freu mir.

Ich lebe noch! Juhu. Was hatte ich wegen des anstehenden Ziehens der Weisheitszähne doch die Hosen voll und jetzt kann ich erleichtert sagen: natürlich furchtbar unangenehm, aber halb so wild. Vielleicht hatte ich auch einfach Glück. Die Schwellung und die Schmerzen beschränken sich auf ein Minimum und ich kann sogar schon wieder halbwegs vernünftig essen – da tun die langen Distanzen aber deutlich mehr weh.
Um den Trainingsausfall zu kompensieren, habe ich trotzdem nochmal die Schlagzahl erhöht und am Mittwoch etwas über 15 Kilometer in circa 4:20 min/km in den Schnee in Richtung Auensee gesetzt. Heute und morgen werde ich mich wohl noch mit einem bisschen Gymnastik und Stabilisierungsübungen über Wasser halten und Sonntag dann mal wieder zur ersten vorsichtigen Runde aufbrechen. Wird auch Zeit, sonst rennt mir meine Donnerstagsgruppe wirklich noch davon.

zurück zur Übersicht »

DLV
 

Die offiziellen Bilder

First Foto Factory
 
marathon4you Wahl 2010
 

Lauftagebücher

Lauftagebücher Reinlesen »
 
Zieleinlauf Maksym Salii
 

Erlebnisberichte

Erlebnisberichte Reinlesen »
 
Impressum | Site Map | ©2007,2008, 2009, 2010 Leipzig Marathon e.V.